#Christus für uns heute. Tag 16 – persönliche Begegnungen

7 mars 2019
#Christus für uns heute. Tag 16 – persönliche Begegnungen

Wer ist Christus für uns heute? Wer ist er für die Frau an der Kasse im Supermarkt? Wer ist er für den Busfahrer, der grimmig die Türen schliesst und dann losfährt? Wer ist Christus für meine Klassenkameradin, die aus Palästina kommt und hierher geflüchtet ist?

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Gestern Morgen kam ich mit ihr ins Gespräch über Religionen. Ich bin früher hingegangen um noch Hausaufgaben zu machen, da hab ich sie in der Eingangshalle getroffen. Marta* hat mich begrüsst und dann hab ich mich zu ihr an den Tisch gesetzt und mein Znüni gegessen. Sie ist in Palästina aufgewachsen, im islamischen Umfeld. Sie erzählt mir ihre Ansicht zu Glaube und Religion, weil ich sie danach gefragt habe:

„Die drei grossen Religionen, Judentum, Christentum und Islam. Judentum ist vor Jesus stehengeblieben, Christentum bei Jesus und der Islam geht bis zu Mohammed. Das Judentum denkt, es sei die einzig richtige Religion – das Christentum denkt, es sei die einzig richtige Religion – der Islam denkt, er sei die einzig richtige Religion. Das ist das Problem, dass es so viele Konflikte gibt.“

Was sie denn denke, sei das Ziel des Lebens? ‚Es sei, gerecht und richtig zu leben, sich immer wieder für die richtigen Taten zu entscheiden um dann am Schluss in den Himmel zu kommen. Weil Gott ist der, der die Menschen scheidet in gut und böse. Der Mensch könne von sich aus entscheiden, was er tun will, denn er weiss seit Geburt, was richtig und was böse ist – ein Kind ist unschuldig und macht keine bösen Dinge.‘

Das ganze würde jetzt sehr philosophisch, deshalb stelle ich kein Rückfrage, sondern lasse sie weiter erzählen. „Man kann nicht von einem Mensch auf die Religion schliessen. Wenn ein Muslim böse ist, heisst das nicht, dass der Islam böse ist – genau so wenig, wie wenn ein Christ böse Dinge tut. So ist es auch mit den Nationalitäten, nicht alle Menschen eines Landes sind gleich…“

Ich erzähle, dass ich selber auch wenig von Religion halte und vieles ähnlich sehe wie sie. (Dass ich einiges allerdings anders sehe, bringt nur Konfrontation, deshalb lasse ich das weg und erzähle nur, was für mich das wichtigste ist.) Das, was mich begeistert ist, dass ich Gott persönlich erlebe im Alltag. Dass ich ihn erlebe als lebendiger Gott, mit dem ich im Gespräch sein darf. Gott will mit uns Gemeinschaft haben, wie es am Anfang im Paradies auch war. Gott hat es ermöglicht, dass wir wieder mit ihm in Kontakt und in Beziehung treten können. Das begeistert mich an Gott, dass er reale Beziehung mit uns lebt!

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Heute sprach mich in der Studienhalle jemand an, ob ich ihm helfen kann beim CV verfassen. Leider habe ich selber noch nie richtig sowas gemacht und kann ihm nicht weiterhelfen – er solle doch bei einem der hier arbeitenden nachfragen. Bis der aber von seiner Pause zurück ist, reden wir ein bisschen. Er kommt von Uganda und heisst Salomon*. Wir tauschen noch die Nummer aus, falls er dann jemanden braucht, der seinen CV durchliest.

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Welch schöne Begegnungen ich haben darf die letzten Tage. Und auch in der Klasse wachsen langsam Freund- und Bekanntschaften. 🙂 *Danke, Gott!*


*Namen geändert

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