Ein Mittelpunkt im Leben

Ein Mittelpunkt im Leben

2017-11-16 18.33
Ein Mittelpunkt im Leben ist das Essen.
Wir essen dreimal am Tag. Mindestens.
Frühstück, Mittagessen, Abendessen.
Vielfach sind dazwischen noch Zwischen-Mahlzeiten.
Schweizerisch: Zmorge, Znüni, Zmittag, Zvieri, Znacht.
Nicht zu vergessen den Mitternachtsschmaus.

Ein Mittelpunkt im Leben ist das Essen.
Ich habe gekocht,
mit Leidenschaft,
und freu mich auf das Mahl,
leidenschaftlich!
Kochen ist eine Leidenschaft,
nicht nur Zeitvertreib.
Kochen ist mehr als notwendiges Übel,
denn vollwertig ist die Tätigkeit des Kochens.

Ein Mittelpunkt im Leben ist das Kochen.

***

Ein Mittelpunkt im Leben ist das Schlafen.
Wir schlafen nachts. Meistens.
Abends, wenn es dunkel ist,
gehe ich zu Bett.
Morgens, wenn es (bald) hell wird,
wach ich auf – oder werde geweckt – und
steh auf – oder werde aus dem Bett gezerrt.

Wir schlafen in der Nacht
und am Tag sind wir wach.
Manchen mag die Kunst des
Mittagsnickerchens nur bekannt sein,
andere praktizieren diese leidenschaftlich.

Ich gehe zu Bett,
wenn ich müde bin und
wache auf,
wenn ich ausgeschlafen habe.
Schlafen kann eine Leidenschaft sein,
manchmal schafft man es aber nicht ohne Leiden.

Wenn die Zeit des Krafttankens kräftezehrend wird,
wenn die Zeit der Ruhe uns die Ruhe nimmt,
dann werden Nächte zur Tortur.

Wohl oder übel: Ein Mittelpunkt im Leben ist das Schlafen.
Ich habe den Tag lang vieles erledigt,
vieles gemacht,
manchmal mit Leidenschaft,
jetzt bin ich müde und
freue mich auf den Schlaf in der Nacht,
manchmal leidenschaftlich.

Schlafen ist mehr als notwendiges Übel,
schlafen kann schön sein,
Schlaf macht schön,
Schönheitsschlaf.

Schlafen alleine
oder schlafen zu zweit?
Miteinander schlafen ist auch
ein schöner Zeitvertreib.

Beim Schlafen
tanke ich Kraft für den Tag,
um weiter zu leben.

Ein Mittelpunkt im Leben ist das Leben.

***

Ein Mittelpunkt im Leben ist die Musik.
Wir machen Musik oder hören sie.
Klassisches Orchester, moderner Dubstep,
Dance oder universaler Pop.
Musizieren oder Musikhören.
Musik leben, mit Musik leben.
Mein Leben ist Musik.

Wenn ich aufstehen soll,
spielt mein iPhone meinen Weck-Song ab.
Wenn ich Pinkeln gehe
pfeife ich meist dazu,
es hallt und klingt so schön in den Sanitäranlagen,
Wände und Boden verfliest.
Beim Duschen hör ich ab und zu Musik,
singe dabei.

Steigt die Stimmung in den Keller hinab
oder kommt gar nicht auf die Höhe,
flüchte ich mich ans Klavier,
es ist einfach gut beim Musizieren.
Mit einer Gitarre im Schoss
fühle ich mich geborgen.

Ich lebe Musik.
Um Musik machen zu können,
die Musik zu spüren und
nicht nur Instrumente zu spielen,
sondern Musik zu machen,
muss ich leben,
wirklich leben.
Und um zu leben,
muss ich Musik machen,
wirklich Musik machen.

Ein Mittelpunkt im Leben ist die Musik,
weil ein Mittelpunkt im Leben das Leben ist.

***

Ein Mittelpunkt im Leben ist das Leben.
So viele Mittelpunkte, gibt es denn das?
Ist der Mittelpunkt nicht einzigartig und einer?

„Eine Fläche zweiter Ordnung kann
keinen,
genau einen oder
eine ganze Gerade oder
Ebene von
Mittelpunkten haben.“ (Wikipedia: Mittelpunkt)

Aber wie ist es mit dem Leben?
Kann ich mehrere Mittelpunkte haben?

***

Ich habe einen Mittelpunkt,
einen grossen und
alles andere Bestimmenden.
Und doch gleichzeitig viele
verschiedene kleine,
momentane
Mittelpunkte.

Im Zentrum steht grad
das Schreiben dieses Textes.
Danach das Aussteigen
aus dem zum Stillstand gekommenen Zuges.

Im Zentrum aber
aller meiner Mittelpunkte
im Leben
ist das,
was mich unbedingt angeht,
das,
was mich letztendlich und
letztgültig
beschäftigt und
immer bleibt, auch
wenn alle anderen
„Mittelpunkte“ wegfallen,
einmal
nicht mehr sind.

Im Zentrum meines Lebens steht
„Ein Mittelpunkt“.
Von ihm komme ich,
durch ihn lebe ich und
zu ihm hin gehe ich.

(Römer 11:36)

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